Factur-X erklärt: das deutsch-französische E-Rechnungsformat

Factur-X erklärt: das deutsch-französische E-Rechnungsformat

Factur-X ist das französische Pendant zum deutschen ZUGFeRD – und technisch damit identisch. Wer in Deutschland und Frankreich Rechnungen austauscht, kommt an diesem hybriden Format kaum vorbei. In diesem Beitrag wird Factur-X erklärt: was dahintersteckt, wie es zu ZUGFeRD steht, warum es sich besonders für grenzüberschreitende Rechnungen eignet und welche Profile es gibt.

Was ist eine E-Rechnung?

Zur Einordnung kurz die Grundlage: Eine E-Rechnung ist ein strukturiertes Format nach der Norm EN 16931 (§ 14 UStG). Die Rechnungsdaten liegen maschinenlesbar vor, sodass sie ohne manuelle Erfassung weiterverarbeitet werden können. Die Empfangspflicht gilt in Deutschland seit dem 1. Januar 2025, die Ausstellungspflicht kommt gestaffelt ab 2027 (Umsatz über 800.000 Euro) und ab 2028 für alle Unternehmen.

Factur-X ist eine konkrete Umsetzung dieser Norm – und zwar eine besonders praktische, weil sie zwei Welten verbindet.

Was ist Factur-X?

Factur-X ist ein hybrides Rechnungsformat. Es kombiniert eine für Menschen lesbare PDF-Datei mit einer maschinenlesbaren XML-Datei – und zwar in einem einzigen Dokument. Das PDF liegt im Format PDF/A-3 vor, in das die XML-Rechnungsdaten eingebettet werden.

Das bedeutet in der Praxis:

  • Der Empfänger sieht wie gewohnt ein normales PDF und kann es öffnen, lesen und ausdrucken.
  • Dieselbe Datei enthält zugleich die strukturierten Daten, die Software automatisch verarbeiten kann.

Man muss also nicht zwei getrennte Dateien versenden. Ein Dokument bedient sowohl den Menschen am Bildschirm als auch die Buchhaltungssoftware.

Factur-X und ZUGFeRD: dasselbe in Grün

Die wichtigste Erkenntnis für die Einordnung: Factur-X und ZUGFeRD sind technisch identisch. Factur-X ist schlicht der französische Name, ZUGFeRD der deutsche. Beide nutzen dieselbe Konstruktion aus PDF/A-3 mit eingebettetem XML, und beide verwenden für die XML-Daten die Syntax CII (Cross Industry Invoice von UN/CEFACT).

Diese Gemeinsamkeit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer deutsch-französischen Zusammenarbeit. Sie hat einen praktischen Vorteil: Ein Format, das in beiden Ländern verstanden wird.

Grenzüberschreitende Rechnungen DE/FR

Genau hier spielt Factur-X seine Stärke aus. Weil das Format in Deutschland und Frankreich technisch dasselbe ist, ermöglicht es die grenzüberschreitende Nutzung ohne Formatbruch. Ein deutsches Unternehmen kann eine ZUGFeRD-Rechnung erstellen, die ein französischer Empfänger als Factur-X verarbeitet – und umgekehrt. Für Unternehmen mit Kunden oder Lieferanten auf beiden Seiten der Grenze reduziert das den Abstimmungsaufwand erheblich.

Auch für den Empfänger bleibt das hybride Prinzip komfortabel: Selbst wenn die verarbeitende Software eine bestimmte Variante nicht automatisch einliest, ist die Rechnung dank des PDF-Anteils immer lesbar.

Die Profile von Factur-X

Factur-X kennt verschiedene Profile, die sich im Umfang der strukturierten Daten unterscheiden. Vereinfacht gesagt reicht die Bandbreite von einem sehr schlanken Profil, bei dem das PDF im Vordergrund steht und nur wenige Kerndaten strukturiert vorliegen, bis hin zu vollständig EN-16931-konformen Profilen, die alle geforderten Rechnungsangaben maschinenlesbar enthalten.

Für die gesetzeskonforme E-Rechnung zählt, dass das gewählte Profil die Anforderungen der EN 16931 erfüllt. Ein rein illustratives Minimalprofil genügt der Pflicht allein nicht – entscheidend ist der strukturierte Datengehalt.

Woran erkenne ich, ob meine Factur-X-Rechnung gültig ist?

Ob eine Datei tatsächlich den Normregeln entspricht, lässt sich nicht am PDF-Anteil ablesen. Prüfen müssen Sie die eingebetteten XML-Daten gegen die Geschäftsregeln der EN 16931.

Der kostenlose E-Rechnungs-Validator von Timelane übernimmt das für Sie. Er prüft ZUGFeRD, Factur-X und XRechnung – bei XRechnung sowohl in der CII- als auch in der UBL-Syntax – gegen die EN-16931-Regeln. Die Prüfung läuft ohne Anmeldung und ausschließlich im Arbeitsspeicher, Ihre Rechnung wird also nicht gespeichert.

Fazit

Factur-X ist das deutsch-französische Gesicht eines hybriden E-Rechnungsformats: ein PDF/A-3 mit eingebettetem CII-XML, technisch deckungsgleich mit ZUGFeRD. Für den grenzüberschreitenden Rechnungsverkehr zwischen Deutschland und Frankreich ist es dadurch besonders praktisch – ein Format, zwei Sprachräume. Wichtig bleibt: Nicht jedes Profil erfüllt automatisch die gesetzlichen Anforderungen, ein Blick auf die strukturierten Daten lohnt sich.

Nächste Schritte

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: 2026, Angaben ohne Gewähr.

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